Miteinander im Umbruch: Wie sichern wir soziale Teilhabe durch Pflege und Kirche?

Shownotes

Wie schaffen wir ein gutes Leben im Alter? Und das nicht nur durch Versorgung, sondern durch echte Teilhabe? Wenn wir über Pflege und Altern sprechen, geht es schnell um Plätze, Fachkräfte und Versorgung. Doch ein gutes Leben besteht aus mehr: aus Begegnung, Selbstbestimmung, Zugehörigkeit und dem Gefühl, gebraucht zu werden. Gleichzeitig geraten genau die Strukturen unter Druck, die Gemeinschaft und Unterstützung lange getragen haben. Gemeinsam mit Johanna Trautmann von Contilia und Björn Szymanowski vom Bistum Essen sprechen wir darüber, wie Pflegeeinrichtungen und Kirche ihre Rolle neu denken, warum Quartiersarbeit und Netzwerke immer wichtiger werden und wie Hilfe so gestaltet werden kann, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt bleiben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie professionelle Unterstützung, Ehrenamt, Nachbarschaft und gesellschaftliche Verantwortung künftig zusammenspielen können.

Darum geht's ● Mehr als Versorgung: Was Menschen brauchen, um sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen – auch im Alter und bei Pflegebedürftigkeit. ● Erreichen statt erwarten: Warum Pflegeeinrichtungen und Kirche stärker dorthin gehen müssen, wo Menschen tatsächlich leben. ● Selbstbestimmung & Hilfe zur Selbsthilfe: Wie Unterstützung aussehen kann, ohne Menschen ihre Eigenständigkeit zu nehmen. ● Ehrenamt, Nachbarschaft & Verantwortung: Welche Rolle Zivilgesellschaft spielen kann und wo professionelle und staatliche Verantwortung bleiben muss. ● Institutionen im Wandel: Was Kirche und Pflegeeinrichtungen verändern müssen, um gesellschaftlich wirksam und anschlussfähig zu bleiben.

Zu Gast Johanna Trautmann Johanna Trautmann ist Bereichsleiterin Öffentlichkeit und Soziales bei Contilia im St. Elisabeth Quartier in Duisburg-Meiderich. Sie arbeitet daran, Pflegeeinrichtungen stärker ins Quartier zu öffnen und Begegnung, Beratung und Unterstützung niedrigschwellig zugänglich zu machen. In der Folge spricht sie über Teilhabe, selbstbestimmtes Altern und darüber, warum Pflege nicht erst dann beginnen sollte, wenn Menschen auf stationäre Versorgung angewiesen sind. „Ein Seniorenquartier ist keine Endstation – bei uns findet das pure Leben statt.“ Mehr über Johanna: ● LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/johanna-trautmann-a155a8154/ ● Organisation: https://www.contilia.de/index.html

Björn Szymanowski Björn Szymanowski leitet den Bereich Pastoralentwicklung im Bistum Essen. Er beschäftigt sich täglich mit der Frage, wie Kirche auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren und neue Formen von Gemeinschaft, Beteiligung und Unterstützung ermöglichen kann. In der Folge spricht er darüber, warum Institutionen stärker zuhören, Wirkung vor Angebote stellen und neue Formen des Engagements und der Zusammenarbeit ausprobieren müssen. „Es ist nicht entscheidend, ob da Kirche draufsteht. Entscheidend ist, dass der Mensch stabilisiert ist.“ Mehr über Björn: ● LinkedIn: ● Organisation: https://www.bistum-essen.de/

Links & mehr pottenziale – Zwischen Rivalität und Kumpelschaft ● Website: https://initiativkreis-ruhr.de/pottenziale/ Junger Initiativkreis Ruhr ● LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/junger-initiativkreis-ruhr/ ● Instagram: https://www.instagram.com/initiativkreis_ruhr/

Kapitel 00:00 – Intro: Was bedeutet eigentlich Teilhabe? 02:19 – Gemeinschaft heute: Ort, Menschen oder Gefühl? 05:04 – Mehr als Versorgung: Was Menschen wirklich brauchen 09:47 – Pflege und Kirche: zwei Institutionen im Wandel 13:07 – Sinkende Bindung, neue Erwartungen & gesellschaftlicher Druck 15:04 – Ehrenamt, Zivilgesellschaft & staatliche Verantwortung 20:45 – Erreichen statt erwarten: Angebote neu denken 21:28 – Quartiersarbeit bei Contilia: zuhören, vernetzen, öffnen 23:36 – Wirkung statt Aktionismus: Wie Institutionen Bedürfnisse erkennen 27:16 – Beratung, Demenz & konkrete Hilfsangebote 29:14 – Begegnung im Quartier: Mittagstisch, Tanzcafé & Generationenaustausch 31:37 – Hilfe zur Selbsthilfe & selbstbestimmtes Altern 34:00 – Kirche im Transformationsprozess: Netzwerke & neue Formen von Innovation 39:18 – Institutionen der Zukunft: Wo können sie wirklich etwas beitragen? 40:03 – Wie sieht gelungene Teilhabe in zehn Jahren aus? 43:06 – Kirche als gesellschaftlicher Partner 46:30 – Abschluss: Verantwortung übernehmen und füreinander hinschauen

pottenziale – Zwischen Rivalität und Kumpelschaft ist ein Podcast des Jungen Initiativkreis Ruhr. Moderation: Alice Hinzmann (www.die-hinzmann.de))

Produktion: Tresohr Studios (www.tresohr.de))

Transkript anzeigen

00:00:02: Potenziale zwischen Rivalität und Kumpelschaft.

00:00:04: Der Podcast ist Jung-Initiativkreise Ruhe über Menschen, Ideen und Herausforderungen, die das Ruhrgebiet bewegen.

00:00:21: Hallo und herzlich willkommen da draußen!

00:00:23: Ihr habt die richtige Entscheidung getroffen und auf den Playbutton gedrückt für eine neue Folge Potenziale zwischen Ravalität und kumpelshaft.

00:00:31: Und auch heute haben wir wieder eine ganz besondere Folge und ich würde fast sagen eine ganz besonders... Warme Folge, denn es geht um ein Herzensthema.

00:00:41: Eins das uns früher oder später alle auf irgendeine Art und Weise betreffen wird.

00:00:47: Denn heute sprechen wir darüber wie ein gutes Leben im Alter aussehen kann und aussehen soll.

00:00:54: Und wenn wir beim Thema Altern und ältere Bevölkerung ankommen, dann landen wir auch ziemlich schnell bei Themen wie Pflegeplätzen, Fachkräften und Versorgung.

00:01:04: Dabei besteht ein gutes Leben im Alter ja aus deutlich mehr.

00:01:07: Es besteht auch aus Begegnungen, Aus Selbstbestimmung und Aus Zugehörigkeit also kurz gesagt aus Teilhabe am Leben und an der Gesellschaft.

00:01:16: Gleichzeitig geraten genau diese Strukturen die Versorgungs- und Gemeinschaft lange getragen haben unter Druck.

00:01:23: Der demografische Wandel, Fachkräftemangel, veränderte Familienstrukturen und zunehmende Einsamkeit stellen Pflege.

00:01:30: Und auch Kirche und Gesellschaft vor die Frage wer übernimmt künftig welche Verantwortung?

00:01:37: Wie können wir Gemeinschaft neu organisieren?

00:01:39: Ein Riesenthema für wenig Zeit, die wir hier immer haben.

00:01:43: Und ich habe auch heute wieder zwei ganz besondere Stimmen in dem Fall aus dem jungen Initiativkreis um über genau dieses Thema ein bisschen zu diskutieren und das weiterzubeleuchten.

00:01:54: Ich sage ganz herzlich willkommen auf der einen Seite an Johanna.

00:01:57: Johana Du kommst aus der Öffentlichkeitsarbeit bei Contilia im Sankt Elisabeth-Quartier in Düsseldorf, Meiderich Hallo, schön dass du da bist.

00:02:08: Freut mich hier sein zu dürfen!

00:02:10: Und gemeinsam mit dir ist Delibe Björn hier.

00:02:13: Du leitest den Bereich Pastoralentwicklung im Bistumessen.

00:02:17: Hallo ich freue mich ebenfalls.

00:02:19: Um mit euch ins Thema einzusteigen würde ich euch ganz gerne als allererstes fragen wenn ihr Gemeinschaft hört.

00:02:27: Das scheint klar zu sein und gleichzeitig ist es ein riesiges Wort, woran denkt ihr da zuerst?

00:02:33: Ist das für euch eher ein Ort oder ist das irgendwie auch ein Gefühl?

00:02:39: Also, Gemeinsschaft ... Ich versuch mal hier durchgehen aus der Perspektive von Kirche zu antworten.

00:02:45: sind wir automatisch an einem Kernthema dran weil sich eigentlich bei uns alle so eine Gemeinschaft dreht.

00:02:52: also wer so ne Kirchengemeinde kennt Der weiß, die ist sehr nah gemeinschaftlich orientiert.

00:02:57: Da gibt's Menschen, die verlassen sich aufeinander und übernehmen manchmal auch einen Job, den man vielleicht nicht übernehmen will.

00:03:04: Die große Herausforderung ist, glaube ich, dass wir das ein überliefertes Idee von Gemeinschaft nicht mehr vollkommen mit dem übereinstimmen was wir unserer Gesellschaft eigentlich sonst noch an Gemeinschaftsformen erfahren.

00:03:15: Dass du dies heute viel punktueller, die isst niederschwelliger, die darf auch temporär sein Permanenten zueinander zu tun und das ist, glaube ich was wir heute auch in Kirche an Differenzierung lernen müssen.

00:03:31: Ich würde Gemeinschaft nicht als isolierten Ort-Menschen oder Gefühl sehen sondern das große Ganze Das Zusammenspiel von allem.

00:03:39: Wenn ich jetzt zum Beispiel daran denke dass gerade ältere Menschen häufig durch Schicksalsschläge Oder Durchnepflegebedürftigkeit aus ihrer ursprünglichen Gemeinschafter rausgerissen werden Und teilweise völlig isoliert, einsam zu Hause sitzen ist so die Frage.

00:03:55: Was macht eine Gemeinschaft heutzutage eigentlich aus?

00:03:58: Früher war es zum Beispiel so, dass wir mal geschaut haben wie geht's dem Nachbarn?

00:04:02: man kannte sich Es waren eher dörfliche Strukturen oder kleine städtische Struktulen wo man den Nachbaren noch mit Namen kannte.

00:04:10: Heutzutag haben wir das Problem, dass immer mehr Menschen einsamer werden und gleichzeitig auch älter, wodurch wir immer mehr Orte aber halt auch Gemeinschaften schaffen müssen, die füreinander da sind.

00:04:21: Die

00:04:22: nacheinander gucken und auch das Gefühl vermitteln ich werde gesehen Ich werde gebraucht Und ich gehöre dazu Auch mit all meinen Einschränkungen, die vielleicht mitbringe.

00:04:35: Man könnte ja meinen in einer Welt, die immer digitaler wird.

00:04:39: Dass das dazu führt dass man auch näher beieinander ist auf irgendeiner Art und Weise nicht unbedingt tatsächlich im direkten Kontakt sondern auch über verschiedenste Kanäle.

00:04:48: gleichzeitig ist es aber so wir können das beobachten und ich glaube es ist sogar statistisch belegt dass Einsamkeit ein Thema ist dass sich auch durch die Generation extrem hindurch zieht und immer größer wird.

00:04:58: obwohl wir näher bei einander sein könnten verlieren wir doch häufig den Draht zueinander Gerade für die ältere Bevölkerung, wenn wir da auf das Thema Pflege schauen.

00:05:09: Dann ist es ja oft auch so, wenn man noch keinen eigenen Anknüpfungspunkt dazu hat, dass man erst mal an das Thema Versorgung denkt.

00:05:17: Also wo bringt man älteren Menschen unter?

00:05:19: Wie kann man dafür sorgen, dass sie ihre Medikamente bekommen, dass Sie einfach gut versorgt und gepflegt sind?

00:05:25: aber Teilhabe genau wie wir es gerade schon von euch gehört haben beginnt schlicht und ergreifend dort, wo man in einer Gemeinschaft wahrgenommen wird und wo man auch in einer Gemeinsschaft wirken kann, also auch das Thema Selbstwirksamkeit.

00:05:39: Und wenn wir dann das Thema Teilhabe einfach mal größer denken was würdet ihr sagen?

00:05:43: Was braucht ein Mensch eigentlich tatsächlich um sich als Teil einer gemeinschaft fühlen zu können?

00:05:49: Also jenseits davon den Anführungsstrichen schlicht versorgt zu sein?

00:05:54: vor allem benötigt ist einen Blick auf die Bedürfnisse des Menschen zu werfen.

00:05:59: ich sage immer muss die Menschen dort abholen, wo sie stehen.

00:06:03: Ich kann nicht erwarten, dass Menschen wissen welche Unterstützungsmöglichkeiten, welche Anknüpfungspunkte ihnen überhaupt zustehen.

00:06:12: Da gibt es so viele verschiedene Möglichkeiten aber das ist auch ein absoluter Bürokratie-Dschungel der Menschen, die gerade eine Veränderung in ihrem Leben teilweise Einschnitte in ihrem leben auch erleben, der sich vor ganz große Hürden stellt.

00:06:29: Und deshalb ist es so wichtig, dass wir zu den Menschen gehen auf Augenhöhe kommunizieren.

00:06:34: Dadurch haben wir zum Beispiel bei uns dieses Quartierskonzept entwickelt, das wir keine geschlossenen isolierten Seniorenzentren sind sondern Quartierpunkte Begegnungspunkte wo wir die Menschen einladen zu uns mit verschiedensten Angeboten schauen welche Bedürfnisse haben die Menschen in unserer Umgebung In unsere Nachbarschaft und viel mehr sind als nur einen Punkt wo Menschen leben wo Menschen versorgt werden, sondern wo Menschen auch eher leben.

00:07:01: Komplett durchmischt durch die Generationen, sei es der Kindergarten, der bei uns zum Beispiel im Garten spielen darf oder halt der Infoabend für Menschen, die sich über verschiedenste Gesundheitsthemen informieren wollen oder auch mal der Tanznachmittag oder der Quiz-Abend.

00:07:17: Wenn ich Menschen so ... Erreiche, wenn ich Ihnen barrierearm und auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Angebote biete und Sie einlade.

00:07:28: Dann kann ich sie aktiv auch mit in die Gestaltung dessen einbinden und dadurch soziale Teilhabe ermöglichen, ungeachtet dessen woher sie kommen und wo sie nun stehen.

00:07:37: Ohne da zu viel von wegzunehmen.

00:07:39: aber ich kann mir vorstellen dass diese Art damit umzugehen mit dem Thema umzugehn auch dazu führt das ist weniger Sorge schafft oder beziehungsweise, dass es Sorge ausräumt.

00:07:51: Was passiert wenn ich einmal alt bin?

00:07:53: Weil man wächst da ja sozusagen rein in eine gute Versorgung.

00:07:58: Definitiv!

00:07:59: Wenn wir da wirklich schon früh anknüpfen, früh Kontakte schaffen und einen sicheren Ort bieten ein Begegnungsort dann führt das auch dazu, dass wir Ängste abbauen dass Menschen keine Berührungsängste mehr haben, ein Seniorenquartier nicht mehr als Endstationen sehen.

00:08:18: Weil das ist es absolut nicht und bei uns findet das pure Leben statt.

00:08:22: Wir haben z.B.

00:08:23: sehr niedrigschwellige Angebote wie zum Beispiel unsere Lindenblüten.

00:08:26: Das sind unsere Alltagshilfen, aktive Altersruhrständler die ihre Lebenserfahrung einbringen, die niedrig schwellige Dienstleistungen anbieten zu den Menschen nach Hause gehen mit ihnen gemeinsam einkaufen ... bisschen im Haushalt helfen, Gesellschaft leisten und dadurch entsteht so eine Win-win Situation.

00:08:47: Dass fitte Ruheständler ihr Geld dazu verdienen sich selbst einbringen können, sich gebraucht fühlen und gleichzeitig Menschen mit Unterstützungsbedarf versorgt werden nicht vereinsam und schon mal einen Fuß in der Tür haben.

00:09:03: Denn unsere Alltagshilfen, die Lindenblüten sind speziell darauf geschult auch auf verschiedene Veränderungen zu achten.

00:09:10: Die werden geschult im Umgang mit Demenz zum Beispiel und können dadurch auch Verschlechterung im allgemeinen Zustand erkennen und recht früh ein Kontakt herstellen zu unserer Pflegeberatung, zu unseren Quartieren, zu unserem weiteren Dienstleistungsangeboten im Pflege- und Gesundheitsmarkt Wodurch schon mal dieser Fuß in der Tür da ist

00:09:30: und auch

00:09:30: bei den Menschen, die mit uns im Kontakt sind.

00:09:33: Ein Gefühl der Sicherheit und ein Gefühl der guten Versorgung und das Gesehenswerden entsteht.

00:09:39: Die Lindenblüten mag ich später gerne nochmal wieder aufgreifen und dann noch ein bisschen tiefer reingehen in die verschiedensten Angebote, die ihr habt.

00:09:47: Jetzt haben wir ja hier vermeintlich zwei ganz unterschiedliche Sichtweisen am Tisch sitzen auf ein gemeinsames Thema.

00:09:54: Aber soweit voneinander entfernt sind Pflegeeinrichtungen und die Kirche gar nicht unbedingt voneinerneinander.

00:10:01: Björn, als wir uns zuvor unterhalten haben hast du etwas gesagt das ist mit total im Kopf hängen geblieben nämlich früher war es so da stand die kirche quasi sinnbildlich und auch tatsächlich auf dem Berg und man hat darauf gewartet dass der Mensch zur Kirche kommt und dort die Angebote in Anspruch nimmt.

00:10:14: Das passt auch nicht mehr so richtig die heutige Zeit.

00:10:17: Wie begreift denn die Kirche ihre Aufgabe zum Thema Gemeinschaftsbildung, alle abholen, alle miteinander in Verbindung bringen heutzutage?

00:10:27: Das ist eine gute Frage und gar nicht so leicht zu beantworten!

00:10:29: Ich glaube vielleicht nochmal einmal zum deutlichmachen der Wandel, der sich ergeben hat, der auch ein riesiger institutioneller Lernprozess ist.

00:10:37: also wir kommen aus einer Zeit, in der wir bis weit ins Zweitehundert hinein genau das erlebt haben was du gerade beschrieben hast.

00:10:45: Kann ich jetzt lateinische Begriffe zitieren, extra Ecclesium Nullasallus.

00:10:48: Also kein Heil außerhalb der Kirche.

00:10:51: mich in meiner Bachelorzeit viel mit den mit der Frage nach dem Selbstbild von kirchen beschäftigt.

00:10:56: Ich habe lebst an manchen Stellen auch noch mal so das kirche sich lange Zeit als sussiert dass perfekter verstanden hat als eine perfekte gesellschaft die alle gnaden mittel schon hat aus sich selbst heraus.

00:11:08: und daher kommt diese vorstellung der kirche auf dem berg.

00:11:11: Die ist unabdinglich für jegliche Form von Halserlangung.

00:11:17: Das ist eine Haltung, die man zu einer Welt hat.

00:11:19: Dann geht's nicht um Teilhabe im Sinne von ... Wie du es beschrieben hast, Johanna?

00:11:23: Von der Stärkung von Entscheidungsmacht, von einer Barrierenreduzierung, von der Möglichkeit, eigene Lebenstheben mit einzubringen.

00:11:31: Das war ne Kirche, die hat aus sich selbst herausbestanden und die Antworten schon im Paket gehabt.

00:11:37: Also dann wusste welche Probleme und welche Antworten darauf zu geben sind.

00:11:42: und das ändert sich schon seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts deutlich.

00:11:47: Das zweite vatikanische Konzil, also Konzilien als Vertretung, als Versammlung der Konzilsväterbischöfe die da irgendwie über die Zukunft von Kirche entscheiden.

00:11:59: Und da ist eine total spannende Verschiebung in einem Lieblingstexte entstanden, Gaudiumets Bees.

00:12:06: Da geht es um die Frage was eigentlich pastoral Und da steht sehr schön Freude und Hoffnung, Trauer- und Angst der Menschen von heute sind Freude and Hoffnung.

00:12:15: Trauer an Angst der Jünger in Christi Das ist der erste Satz.

00:12:19: das ganze Ding Gaudium mit Space heißt Freude & Hoffnung auf Deutsch und dass es wie das Programm sozusagen einer Kirche in der Welt von Heute und Es bringt mal auf einer theologischen und deswegen vielleicht abstrakteren Ebene sozusagen ins Gespräch was du gesagt hast nämlich nicht irgendwo bei vermeintlichen Antworten anzufangen sondern Davos wo es wehtut oder wo eine Gestaltungsaufgabe herauslegt.

00:12:42: Ich finde das schön, das Freude und Hoffnung aber es ist auch Trauer- und Angst.

00:12:46: Es darf sowohl das positive als auch das negative eine Rolle spielen.

00:12:50: Und das ist ein großer Lernprozess wie ich sagte und den durchleben wir gerade auch über die Idee von Teilhabe.

00:12:57: Synodalität kann man nochmal drüber sprechen, genau die Idee wie verschaffen wir mehr Menschen Anteil an dem wohin Kirche sich entwickelt und wie man auch füreinander sorgt?

00:13:07: Definitiv!

00:13:08: Wenn das Wirken der Kirche heutzutage nicht mehr so selbstverständlich ist, wie du sagst, wie es mal gewesen ist.

00:13:15: Kannst du konkret sagen woran man feststellen kann dass die Erwartungshaltung an die Kirche sich verändert hat?

00:13:23: Da heißt die Frage wo soll man anfangen?

00:13:24: also der Krisen sind ja nicht zu wenig.

00:13:29: Ich glaube unterscheide mir zwei Perspektiven.

00:13:31: Das eine ist wenn wir allein auf die formelle Mitgliedschaft

00:13:33: gucken

00:13:34: Das ist auch keine Astronauten-Wissenschaft.

00:13:37: Die müssen sich die Statistiken angucken und wir sehen, dass die Zahl der Mitglieder stark zurückgeht.

00:13:42: Wir sind jetzt bei ungefähr dreiundzwanzig Prozent in der Bevölkerung allein katholische Kirche, protestantische Kirchen haben ungefähr genauso viel.

00:13:50: Der erste große Marker war als wir Christin nicht mehr die gesellschaftliche Mehrheit gebildet haben.

00:13:58: Es gibt Hochrechnungen, es ist Freiburger Instituts.

00:14:00: Die haben geguckt wie entwickeln sich die Mitgliederzahlen und die Finanzen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten?

00:14:05: Und bis zwei Tausend Sechzig werden wird die Zahl der Kirchenmitglieder sich halbieren.

00:14:10: Das ist jetzt sehr konservativ geschätzt.

00:14:12: wahrscheinlich wird's noch drastischer.

00:14:14: das sieht man mal auf der alleinigen Zugehörigkeitsfrage.

00:14:18: was ich aber noch dramatischer finde und persönlich eben auch mich schon schon nicht unangetastet lässt ist die Frage, wie religiös oder spirituell Anschlussfähig sind Menschen überhaupt noch?

00:14:30: Oder ich drehe es mal um Kirche und christlicher Glaube.

00:14:34: Ist nochmal eine vertiefte Idee wert.

00:14:35: Es gibt die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, die vor ein paar Jahren rausgekommen ist.

00:14:40: Die hat festgestellt, dass fifty-six Prozent der Bevölkerung sich als Zirkular verstehen.

00:14:44: Das heißt entweder die wollen mit Kirche gar nicht in Kontakt kommen, die sagen bleibt mir fern mit christlichen Glauben oder ich verstehe schlichtweg nicht wovon ihr sprecht.

00:14:53: Und das ist ein Riesenhinweis, üblichen Weisen über Gott und über das, was Gott mit uns Menschen zu tun hat.

00:15:00: Zu sprechen nicht mehr anschlussfähig sind

00:15:04: als Personen die selbst auch keine große oder tatsächlich gar keine Verknüpfung zur Kirche hat würde ich auf fast schon die Frage stellen sind es nicht sogar zwei unterschiedliche Fragen?

00:15:14: also empfindet man sich als spirituell Und oder empfindet man sich der Kirche zugehörig und nah.

00:15:20: Also die Kirche einfach als Institutionen, wenn wir das wieder auf unser gemeinsames Thema Münzen.

00:15:25: also gleich auch die Frage schon mal vorweggenommen Johanna Strukturen, Pflegestrukturen kommen ja auch immer weiter an ihre Grenzen durch Fachkräftemangel, durch sich verändernde Struktulen, durch Bürokratisierung und eigentlich würde ich jetzt sagen ist Kirche und Menschen, die der Kirche angehören eigentlich einfällt dass das mit unter ganz gut auffängt.

00:15:50: Nämlich Stichwort Ehrenamt.

00:15:52: also könnt ihr jeweils aus eurer Perspektive oder vielleicht sogar auch zusammen hängt feststellen dass da auch durch Krisen in der kirche was weg bricht Was eigentlich benötigt werden würde Und wie fängt man es auf?

00:16:03: Also für die kirche kann ich nicht sprechen.

00:16:05: aber auch wir sind natürlich auf das ehrenamt angewiesen bei uns Auf ehrenamtliche Unterstützung und Es lässt sich nicht leugnen dass es immer weniger wird.

00:16:14: Definitiv, ich denke das hat gar nicht mit der monetären Komponente zu tun, dass ein Ehrenamt nun mal ein Ehrendamt ist was nicht vergütet wird sondern dass die Menschen einfach ganz viele andere Baustellen haben da teilweise überhaupt keine Kapazität für haben sei es der Job sei es die Pflege von Angehörigen denn Der größte Teil der Pflege in Deutschland wird von Angehörigen geleistet.

00:16:40: Das will ich hier auf keinen Fall unerwähnt lassen, weil das ist schon extrem oder sei es durch Altersarmut, wodurch die Menschen normal auch arbeiten müssen trotz ihrer Rente, weil sie eben nicht reicht und was sich auch wichtig findet zu erwähnen ein Ehrenamt ist die Kühe Aber an sich ist der Staat dafür zuständig, dass Versorgungsstrukturen funktionieren und dass jedem Menschen ein gutes Leben ermöglicht wird.

00:17:08: Umgeachtet dessen, woher er kommt und wo er nun steht?

00:17:11: Stimme ich grundsätzlich zu, wird eine kleine Pointe vielleicht noch mitgeben.

00:17:14: Ich glaube auch es gibt ne bestimmte Leistung die so einen Staat vorhalten muss.

00:17:19: Auch den Rahmen oder es müssen finanzielle Mittelöffentliche Hand an Caritas.

00:17:26: Das ist schon eine wichtige Funktion und gleichzeitig, glaube ich, brauche es auch das Stichwort Zivilgesellschaft.

00:17:31: Also welche Verantwortung haben wir eigentlich als Bürgerinnen?

00:17:36: Die ja nicht alle aber in großen Teilen wirklich privilegiert sind für MitbürgerInnen bei denen das nicht so ist.

00:17:44: Und ich glaube... Und da brauchst du eben eine gute Balance dazwischen.

00:17:50: Das ist ja häufig die Kritik an dem Thema Hilfe zur Selbsthilfe, dass es eigentlich eine Legitimation für den Rückzug des Staates aus Gesundheits- und Sozialsystemen ist.

00:17:59: Ihr macht das mal und so und wir bringen euch befähigen euch, dass ihr selbst erledigen könnt.

00:18:04: Und darf ich auch sagen, naja ... Ich glaube, es gibt aus einer Verantwortung oder bin nicht gar nicht bei Christin sein?

00:18:10: Auch aber nicht bei BürgerInnen sein!

00:18:13: gibt es einen Zueinander dieser beiden Perspektiven, ohne dass man das auseinanderspielen darf.

00:18:21: Definitiv bin ich ganz bei dir und ich denke, dass wir da auch ein Stück weit Gesellschaft neu oder zumindest anders denken müssen.

00:18:28: Denn wo wir feststellen, dass diese Strukturen nun mal nicht mehr ausreichen oder nicht mehr zeitgemäß sind?

00:18:35: Da müssen wir schauen inwieweit wir als Kirche, als Träger ... neue, innovative Wege gehen können und Menschen zu uns holen.

00:18:46: Und vielleicht auch dafür begeistern und aktivieren können und gleichzeitig ihre Fähigkeiten so lange wie möglich erhalten und fördern können?

00:18:54: Find ich einen ganz entscheidenden Punkt weil hier die Institution oder die Organisation sozusagen eine Rolle spielt.

00:18:59: Wir haben in giltlichen Kontexten ganz viel Ehrenamt.

00:19:02: Da hab' ich total ein Respekt vor.

00:19:04: Viele machen das über ihre beruflichen Pflichten hinaus, gehört vielleicht noch Kehrarbeit zu Hause.

00:19:11: Dennoch sind es meistens sehr klassische Formen von Ehrenamt, Gremiensitzungen, Ausschüsse und so weiter.

00:19:17: Und es gibt aber ein riesiges Potenzial an freiwillig Engagierten in unserer Gesellschaft in Deutschland also das Freiwilligen Survey-Ernahmensbericht der Bundesregierung usw.

00:19:27: Das sind siebenzwanzig Millionen Menschen in Deutschland die sich ehrenamtlich engagieren und ich glaube auch da muss eine müssen Organisation oder Kirche sagen wir bieten Räume auch neue Räumen um neue Formen von Ehrenamt möglich zu machen, die projektorientierter sind.

00:19:43: Ich habe immer ein gutes Beispiel, ich bin selbst total begeistert von hier.

00:19:49: in Essenkrei gibt es die Gastkirche St.

00:19:52: Barbara.

00:19:53: da haben einige Engagierte vor einiger Zeit mal gedacht wir müssen was für die Bedürftigen und Wohnungslosen hier im Quartiertum und was da zusammen kommt ist Eine Nachbarschaftlichkeit, eine Quartiersorientierung.

00:20:06: Stichwort Ehrenamt.

00:20:07: Es kommt aus einer Eigeninitiative und es ist gleichzeitig mit einer Professionalität verbunden.

00:20:12: Also da gibt's ein welcherliches Gastmal das wird mit zwanzig dreißig ehrenamtlichen vorbereitet.

00:20:18: Da gibt's Möglichkeiten auch eine geistige Begleitung durch den Plattenmissionär zu bekommen.

00:20:23: Das sind tolle Beispielen wie eine Organisation wie die Kirche Und aber auch andere Plattformen schaffen, um sich gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen.

00:20:34: Die ansonsten muss man leider sagen von kommunaler oder staatlicher Perspektive nicht in der Gänze zumindest bearbeitet werden können und das ist ein Riesenfund.

00:20:45: Wir können also festhalten dass klassische Angebote gar nicht mehr zu hundert Prozent auf die veränderten Bedürfnisse unserer Gesellschaft passen.

00:20:56: Das heißt, die korrekte Antwort ist ganz sicher nicht.

00:20:58: Wir brauchen noch mehr der gleichen Angebote, die wir bis hierhin hatten.

00:21:03: Sondern Johanna Du hast das vorhin ganz prima gesagt!

00:21:06: Wir müssen schauen was die Menschen brauchen und sie dort abholen wo sie im Leben stehen

00:21:12: Genau.

00:21:13: Aber was bedeutet das ganz genau?

00:21:15: Woran macht ihr das fest, wo ist jeweils euer Anker dafür, genau das herauszufinden und Angebote passgenau wie es eben geht zu kreieren.

00:21:26: Und dann auch an die Menschen heranzutragen.

00:21:28: Indem wir genau zu diesen Menschen gehen da wo sie sind.

00:21:31: Das ist bei uns zum Beispiel so.

00:21:34: Wir haben in jedem unserer Quartiere eine Bereitsleitung Öffentlichkeit und Soziales nennt sich das.

00:21:39: Unsere Aufgabe ist tatsächlich die Netzwerkarbeit vorrangig.

00:21:42: Im Quartier, im Umkreis des Quartiers zu schauen.

00:21:47: wie erreich ich die Menschen?

00:21:48: Was sind die Bedürfnisse hier vor Ort?

00:21:50: In Rittenscheid wird zum Beispiel von den Menschen anderes erwartet als in Duisburg-Meiderich und dort gehen wir zu Quartirsrunden, zu Pfarrfesten.

00:22:00: Wir arbeiten nämlich auch sehr eng mit den Gemeinden zusammen, zu den Senioren treffs oder was es nun mal für Engagementmöglichkeiten vor Ort gibt.

00:22:08: Überall, wo ich bisher war so viele engagierte Menschen, die etwas tun wollen für ihre Quartier und Nachbarschaft.

00:22:18: Und sich aktiv einbringen möchten wenn sie unzufrieden sind vielleicht auch wenn Sie zufrieden sind.

00:22:23: genau dort hören wir zu.

00:22:25: Wir gehen ins Gespräch und sei es am Palmerstand.

00:22:30: man muss wirklich die Sprache der menschen sprechen die man eben erreichen möchte.

00:22:34: wir können nicht erwarten dass jemand an unserem Quartier vorbeigeht und denkt, ich wollte mir schon immer mein Seniorenheim angucken.

00:22:40: Sieht

00:22:40: nett aus?

00:22:41: Ja genau, sieht net aus!

00:22:44: Aber das hat noch keiner von uns so spontan gedacht aber wenn wir dort Angebote schaffen die wirklich attraktiv sind wie zum Beispiel demnächst ein Quizabend bei einer Kollegin im Quartiere oder für ältere Personen Dinge sowas wie eine Medienprechstunde oder ähnliches Repair Cafés

00:23:04: etc.,

00:23:06: Damit holen wir Leute zu uns und holen sie in dem ab, was Sie benötigen.

00:23:10: Und dafür ist nun mal auch diese Netzwerkarbeit ganz wichtig um Akteure mit einzubinden wie zum Beispiel die Gemeinde.

00:23:17: da ist ein ganz toller Austausch eine ganz tolle Zusammenarbeit.

00:23:19: also das ist so essentiell.

00:23:22: dabei es auch egal ob man nur kirchlicher Träger ist oder in kirchliche Hand oder nicht.

00:23:27: ich denke dass müssen auch Trägers machen die eben nicht in der Kirche sind direkt mit den Gemeinden in den Kontakt gehen.

00:23:34: Was du beschreibst finde ich sehr spannend, weil das eine Entdeckung ist, die wir in kirchlichen Kontexten gerade auch erst machen.

00:23:43: Ich glaube es ein grundmenschliches Phänomen, dass man sich in Ideen verliebt hat, die man selbst hat.

00:23:48: Ich habe irgendwie ein tolles Angebot und ich finde das vielleicht selbst irgendwie cool sexy wie immer.

00:23:53: Vielleicht jetzt nicht unsere Kerngruppensprache aber...

00:23:56: Man könnte es mal probieren?

00:23:57: Man könnte's mal probier'n!

00:24:00: Und was dann aber allzu häufig nicht passiert, ist drüber sich Gedanken zu machen Vorher anders als nachher oder andersrum, was ist anders nachher als vorher?

00:24:10: Das ist das ganze Thema soziale Wirkung.

00:24:13: Und ich glaube, dass es für mich die zentrale Heuristik aktuell, wenn's um Entwicklung von gesellschaftlichen Institutionen insgesamt geht – das haben ja schon viele Sozialunternehmen auch entdeckt wie in Kontexten von Vereien, Gemeinden aber auch kirchlichen Einrichtungen entdecken das gerade erst.

00:24:28: Ich mach' das bei uns für mein Bereich und für unseren Bereich.

00:24:32: Die macht da seiner Doppelspitze versuchen wir gerade dieses Thema Wirkung bei uns auch einzubauen und das ist banal, aber gleichzeitig so perspektiv verändert.

00:24:43: Wenn man sich erst mal fragt was es denn eigentlich die Zirkupfe mit welcher Herausforderung welcher Problemlage steht die da?

00:24:49: Und dann nicht zugleich den Sprung in die Aktionismus zu machen nicht gleich irgendwie eine Aktion zu planen sondern dann zu gucken Was könnte denen denn helfen Was wäre denn ein intendiertes Ziel, eine intendierte Wirkung in der Ecke?

00:25:03: Und dann zu schauen okay wie überwindig die Kluft zwischen soll und ist.

00:25:07: Ich habe im eigenen Bereich ein gutes Beispiel für einen Team, die sind doch nicht bei Pflege aber junge Erwachsene Aber selbst da gibt es ja auch häufiger Herausforderungen.

00:25:18: Die sind gerade jung gegründet und sie stellen sich genau die Frage was machen wir jetzt eigentlich?

00:25:23: Also da gibt's eine Gründungsidee und eine Grundungskarisma sozusagen dieser Runde.

00:25:27: Und was die machen, das ist super.

00:25:29: Die hören erst mal hin und sprechen erst einmal ganz viel.

00:25:33: Die gehen in Netzwerke, Aktionsbündnis, Geneinsamkeit beispielsweise wo sie sagen wir schauen uns vorhin mal die Datenfakten an und schauen sich an was man zeichnet junge Erwachsene eigentlich aus?

00:25:45: Das ist eine Episode im Leben voller Umbrüche, voller Gestaltungsaufgaben also Jobsuche Umzug, der vielleicht mit Einsamkeit zusammenhängt.

00:25:54: Die Frage nach Beziehung, Familiengründungen und so weiter und sofort ... Und was die machen ist erst mal gucken, mit wem kann ich denn da in eine gesellschaftlichen Allianzfähigkeit kommen?

00:26:07: Dafür muss man die Wirkung klar haben!

00:26:09: Da kann ich nicht sagen Ich mache jetzt irgendwie ein Spazierangebot und dann war es das.

00:26:12: Sondern der Spaziere kann ja hilfreich sein.

00:26:14: Ich muss nur wissen Wozu also wofür dient er eigentlich?

00:26:19: Und das hat einmal etwas mit Effizienz und Ressourcen zu tun.

00:26:22: Das andere ist aber am Ende der Wirkung verpflichtet für die jungen Erwachsenen, die mit bestimmten Geschleitungsaufgaben durchs Leben laufen – nicht der Idee, nicht dem Angebot primär.

00:26:35: Neben der Theorie und zu schauen was es benötigt liegt aber auch in den Wirken der Kirche.

00:26:43: recht viel Praxis Also das war mir auch tatsächlich überhaupt nicht so bewusst.

00:26:47: Du hast vorhin von der Lernkurve gesprochen, was wird von der Kirche erwartet?

00:26:51: Was können Sie leisten?

00:26:52: und auch auf unser gemeinsames Thema heute gemünzt all die Anforderungen und Bedarfe, die es gibt wenn ein Mensch in Pflege kommt.

00:27:02: du sagtest gerade Johanna man geht eigentlich nicht an dem Seniorenheim vorbei und denkt sieht ganz nett aus hier meistens erst dann wenn es in irgendeiner Form bedarf gibt für sich selbst oder eben für Angehörige.

00:27:13: Und da bietet, wenn ich das Recht auf dem Schirm habe die Kirche doch auch ganz konkrete Angebote.

00:27:17: Also Demenz hatten wir ganz zu Beginn als Themenschwerpunkt.

00:27:21: Ich glaube gar nicht unbedingt bei euch im Bistum aber durchaus als Angebot.

00:27:26: was können Angehörige tun?

00:27:28: Wie müssen Angehöre sich aufstellen?

00:27:30: Was gibt es zu bedenken?

00:27:32: wie können ältere Menschen, die unter Demenz leiden begleiten und dafür sorgen dass sie selbst nicht den Zugang zu ihrer Gemeinschaft verlieren.

00:27:41: Das finde ich auch ganz wichtig und interessant.

00:27:43: Ich kann das genau total gut nachvollziehen.

00:27:47: wir haben es wohl im Bistum also ich organisiere es nicht über die übers generelle Karriert aber so'n Dekaritas bescheidet sich natürlich mit den Fragen.

00:27:54: Ich mach's mal am eigen anderen Beispiel fest weil ich das in der persönlichen Bewegung damit bin beim Familienkreis engeren Familienkreise eine Person mit Alkoholsucht, die auf einer ländlichen Region gelebt hat.

00:28:07: Und schon da war die erste Frage wie komme ich denn überhaupt dazu der Person das mitzuteilen?

00:28:14: Wie spreche ich mit Menschen, die so tief in einem Kreisel drin sind dass sie alleine nicht mehr rauskommen und das auch abstreiten.

00:28:21: Ich selbst habe mir bei der Caritas Hilfe geholt also ich hab die Stelle dort kontaktiert, die Beratungsstelle.

00:28:28: Die waren super.

00:28:29: Man weiß, es gibt Expertinnen und Experten dafür.

00:28:32: Die können mir die Probleme nicht abnehmen und vor allem den betroffenen Menschen nicht die Arbeit abnehmen.

00:28:38: aber da gibt es professionelles Wissen dass man teilen kann das man haben kann.

00:28:44: Und das war jetzt mal aus einer eigenen biografischen Perspektive total gut auch weil es dem Menschen geholfen hat.

00:28:50: Mein weihnachtliches Wunder gewesen ist, dass das funktioniert hat und habe ich das noch mal ganz besondere Weise zu schätzen gelernt, dass es solche Hilfsysteme gibt in den Menschen genauso was zur Verfügung gestellt werden kann.

00:29:07: Ja danke, dass du das teilst erstmal auch aus der persönlichen Brille heraus und zeig genau das, was du gesagt hast.

00:29:13: Es ist wichtig unterschiedliche Angebote für unterschiedliche Bedarfsbereiche zur Verfügung zu haben.

00:29:19: die müssen ja aber auch bekannt sein.

00:29:21: in irgendeiner Art und Weise Johanna nochmal ins Quartier geschaut und neben die von dir bereits genannten Lindenblüten beispielsweise, wie sehen Angebote bei euch noch aus?

00:29:34: Wann kommt man zu euch und was kann man da wann schon erleben um mindestens mal mental schon Teil eures Quartiers zu werden.

00:29:43: Also, es gibt ganz viele verschiedene Möglichkeiten bei uns.

00:29:46: Wir haben ja Quartiere von Schwellen nach Duisburg über Essen und Mühlheim, wo jeder sein eigenes Netzwerk auch mitbringt und seine eigenen Kernthemen.

00:29:56: Bei uns zum Beispiel ist das die anerkannte Gerontoppsychiatrie, wodurch wir häufiger mal Beratungen und auch Infonachmittage für Interessierte und für Angehörige anbieten, die sich halt über Demenz- und den Umgang mit Menschen informieren möchten.

00:30:10: Da vielleicht auch ein offenes Ohr benötigt.

00:30:13: Dann haben wir aber auch wirklich neben diesen informativen Formaten Dinge wie Tanzcafés oder Veranstaltungen zum Generationenaustausch, Medienumgang, Quizabende.

00:30:27: Und das Ganze soll halt auch wirklich möglichst offen für alle sein was wir ebenfalls haben zur ja zu niedrigschwelligen Versorgung.

00:30:35: im Endeffekt ist sowas wie ein Mittagstisch wo dann jung und alt zusammenkommen in der Nachbarschaft gemeinsam essen.

00:30:42: Dann läuft halt auch mein Bewohner vorbei aus einem unserer Quartiere, man kommt ins Gespräch und es ist wirklich sehr schön zu sehen wie da auch wirklich schon Freundschaften entstanden sind teilweise.

00:30:54: Wenn dann jemand sich jeden Mittwoch zum Essen trifft ein Bewohner mit jemandem der in einer Nachbarschaft lebt und ja dadurch fällt dieser Vorhang auf einmal hinter dem sich so einen Seniorenheim vorher vielleicht verborgen hat als Ort, an dem man niemals landen möchte in Anführungszeichen.

00:31:15: Sodass sich Menschen denken, das könnte auf jeden Fall mal eine Option sein wenn es denn so weit ist.

00:31:21: und trotzdem wollen wir gleichzeitig natürlich fördern dass die Menschen solange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden so selbstständig wie möglich und so gut wie möglich leben können weshalb wir halt diese vielen ambulanten Angebote eben auch haben.

00:31:35: Da hast du schon einen ganz wertvollen Stichpunkt, denn die Contilia formuliert ja sehr konkret dass sie Hilfe zur Selbsthilfe gestaltet und das ist auch ein ganz toller Rückschluss zu dem Beispiel was Du gerade erzählt hast Björn.

00:31:52: Warum ist es so wichtig Menschen die Selbstbestimmung solange wie möglich zu erhalten?

00:31:59: Das hat zwei Erleihgründe, um einerseits in Würde zu altern.

00:32:04: Das was wir natürlich alle möchten denn ich denke jeder möchte bei sich Zuhause in seiner gewohnten Umgebung so alt wie möglich werden.

00:32:11: Der weitere Grund liegt im demografischen Wandel und den vielen Herausforderungen, vor der die Pflege aktuell nun mal steht.

00:32:20: Wir blicken jetzt auf neue Reformen, die kommen wodurch Finanzierung weniger werden.

00:32:25: Wenn wir darüber nachdenken es steht ja zur Debatte dass der Pflege gerade eins nicht mehr refinanziert werden soll dadurch der Entlastungsbetrag dann wegfällt das sind hundertdreißig Euro im Monat weniger für Unterstützungsangebote, die nicht mehr genutzt werden können.

00:32:41: und wie soll das alles abgefangen werden?

00:32:45: im Endeffekt.

00:32:47: Wir stehen vor der Herausforderung dass die Boomer Generation demnächst in Rente geht.

00:32:51: dadurch fehlen uns wertvolle Fachkräfte wo wir sowieso schon den Fachkräftemangel haben.

00:32:57: gleichzeitig erhöht sich dadurch der Bedarf an Versorgung weil diese Generation nun mal irgendwann auch Ins Alter kommt.

00:33:06: Ganz genau und versorgt werden möchte, deshalb ist es so wichtig dass wir ambulante Angebote und auch komplett innovative Angebote neu erschaffen wie zum Beispiel der klassische Pflegedienst der nach Hause kommt aber nun mal auch sowas wie unsere Alltagshilfen die zuhause Unterstützung gesellschaftlichsten etc.

00:33:26: oder sowas Wie pflegewgs gibt es auch das menschen in einer großen Gemeinschaft leben.

00:33:33: Dort kommt vielleicht zweimal am Tag der Pflegedienst, aber ansonsten unterstützen Sie sich dort mit den Fähigkeiten die sie haben und haben dort wirklich wie so eine große WG ihr Leben.

00:33:42: Also fast schon so ... wir schauen auf eine Hilfe, die die Hilfe zumindest erst mal am besten überflüssig macht?

00:33:50: Ja!

00:33:50: Würde ich so sagen.

00:33:51: also

00:33:51: kann man es so zusammenfassen.

00:33:52: Ja das selbstbestimmte Leben normal zu fördern.

00:33:55: Thema Innovation Björn.

00:33:58: Innovation steht auch für die Kirche auf dem Zettel und jetzt ist das erst mal ein Begriff, den ich nicht unbedingt mit Kirche direkt so einherbringen würde.

00:34:07: Aber was ist so?

00:34:08: das Zukunftsbild?

00:34:10: Das Bistums-Zukunftsbild, dass ihr zeichnet.

00:34:12: also wo siehst du euren Beitrag?

00:34:16: eben genau solche Angebote zu schaffen Menschen in ihrer eigenen Wirkung zu halten.

00:34:21: Bei uns läuft gerade im Bistum Essen ein großer Transformationsprozess.

00:34:24: Christig Leben mittendrin heißt er.

00:34:26: Da gehe ich jetzt nicht auf alle Einzelheiten ein, aber die große Pointe an diesem Prozess ist die Netzwerkorientierung.

00:34:37: Also genau das was du gerade sagtest Johanna und auch vor dem Hintergrund eines Personalrückgangs also fangen wir bei Priesterzahlen an überhaupt amtliche und so weiter und finanziellen Engpässen Ist das ein Gebot der Klugheit zu sagen es gibt andere Organisationen Menschen in diese Allianz, in die Partnerschaft gehen.

00:35:01: Und das wird ein entscheidendes Moment sein auch weil wir als Kirche lernen können wie Gesellschaft tickt oder neu lernen können, wie Gesellschaft tickt.

00:35:11: deswegen ist diese Netzwerkerorientierung ganz wesentlich.

00:35:14: ich glaube aber auch dass und das ruft uns eigentlich alles entgegen wenn wir auch mal ans anschauen wie sich eigentlich Gesellschaft entwickelt dann sind das nie die großen Schritte Dann sind das nie von heute auf morgen die großen Transformationen.

00:35:27: Das können wir alle in unserem Leben beobachten, das geht einfach nicht von heute aus morgens und es ist auch sociologisch gut erforscht.

00:35:35: Kleiner Literatur-Tipp Aminasee, Kritik der Großen Geste, tolles Buch, Grundidee... Die Großen Geesten reichen nicht!

00:35:45: Damit kriegt man Gesellschaft nicht transformiert und es gilt auch für Kirche.

00:35:49: Man kann nicht auf dem Feldherr den Hügel stehen.

00:35:52: So und so wird künftig Varei organisiert, ihr übernimmt bitte solche Aufgaben.

00:35:56: Sondern ich glaube was wir machen müssen – das gilt für Gesellschaft wie für Kirche oder vielleicht auch für andere Organisationen und Einrichtungen auch – wir müssen kontrolliert experimentieren.

00:36:07: Also genau in die Entdeckung von solchen Zusammenhängen kommen.

00:36:12: Man widmet sich mal an einem Quartier in einem Sozialraum bestimmten Herausforderungen erprobt, was geht und lernt dann für die Gesamtorganisation.

00:36:20: Also es ist ein Wechselspiel und ich glaube das ist das, was man als Gesellschaft von Kirchen oder Kirche von Gesellschaft lernen kann.

00:36:28: Das sind natürlich die großen Rahmenbedingungen Es braucht.

00:36:32: am Ende müssen Entscheidungsprogramme von einer Organisation anders aussehen.

00:36:36: Ich muss Budgets anders zuweisen, ich muss Handlungsspielräume öffnen und gleichzeitig muss sich aber Menschen die Gelegenheit geben dass sie sich von ihren alten Gewohnheiten verabschieden das sie entdecken dass da was dran ist sich für den anderen zu riskieren und dass man dabei etwas gewinnt was man vorher nicht erahnt hat.

00:36:59: Mut und es braucht Support, aber es braucht jeweils individuellen Entdeckungsvorgänge.

00:37:06: Auch weil Kirche keine klassische Organisation ist.

00:37:10: also wir haben Menschen die sind in Anstellungsträgerschaft.

00:37:14: bei Priestern sieht das normal anders aus.

00:37:16: was auch den die die Anordnungsbefugnisse angeht dann haben wir viele ernanntliche viele die irgendwie im Kontakt punktueller Natur sind und so und das ist ein Riesen Eine kleine Menschheitsfamilie, auch wenn ein bisschen Milieu verengt.

00:37:29: Aber wir haben da viele Menschen und Zugänge.

00:37:32: Das ist eine große Herausforderung von Innovationen, die nicht immer schrill oder bunt sein muss, sondern am Ende muss sie Probleme lösen.

00:37:42: Und das müssen wir uns zutrauen.

00:37:45: Dann kann aber was Gutes rauskommen.

00:37:47: Dafür muss man diese kleinen Inseln des innovativen Supporten und Raum geben.

00:37:54: Ich mach nur ein kleines Beispiel ... Eine Segensagentur gegründet im Bistum Essen, die ist jetzt wirklich dieses Jahr erst gestartet.

00:38:01: Und die errichtet sich an alle Menschen.

00:38:03: Da geht es gar nicht um Kirchenzugehörigkeit sondern an Menschen, die an bestimmten Lebensphasen unterwegs sind und nicht klassisch nur Geburt, Hochzeit und Bärdigung, sondern Adoption, Berufswechsel, Renteneintritt usw.

00:38:19: Also alles so.

00:38:19: Situationen, an denen Menschen von der Gestaltungsherausforderung Das sind kleine Innovationsorte, weil wir mit den Menschen in Kontakt kommen müssen und sagen, was ist dein Thema?

00:38:33: Da kann viel daraus entstehen.

00:38:34: Aber solche Angebote sind an das Rechenschaftspflichtig als ein klassisches Angebot.

00:38:41: Dafür muss man eine Führungsaufgabe machen und sagen ... Wir gehen dem Pfad nach.

00:38:48: Das ist der Stichwort Risikokapital.

00:38:51: was wir auch unter dem Eindruck von Engpässen lernen müssen.

00:38:55: Kreativ werden, mal mutig sein, Optimismus nicht verlieren und in die Diversifizierung gehen.

00:39:02: Vieles ausprobieren.

00:39:04: Und direkt fühlt sich ... Kirche weniger nach Institution und mehr nach Organisationen an.

00:39:10: Also so richtig ein Unternehmen, das ja nun mal auch dahinter steckt.

00:39:14: Und ich würde fast schon zusammenfassen für die Kirche vor allem geht es eher darum zu fragen nicht wie bleiben wir relevant sondern wo können wir wirklich etwas beitragen?

00:39:23: Das finde ich ganz spannend welche kleinen Wege da auch begangen werden um ein großes Ziel zu erreichen Und da würde ich fast schon fragen, und zwar in euer Beiderrichtung.

00:39:34: Wenn wir einfach mal einen Blick nach vorn werfen also klassisch die zehn Jahresmarke wenn wir zehn Jahre in die Zukunft schauen könnt ihr sagen woran ihr feststellen könnt dass der Wandel gelungen ist?

00:39:47: Und zwar sowohl für die Kirche als auch wenn es darum geht Teilhabe für die alternde Bevölkerung gut zu gestalten und aber auch das gesellschaftliche Miteinander betrachtet.

00:39:58: Also meiner Meinung nach wäre dieser Wandel in zehn Jahren gelungen, wenn wir wirklich feststellen würden dass Menschen weniger Berührungsängste haben was das Thema Pflege angeht egal ob es in den eigenen vier Wänden ist oder in der Einrichtung.

00:40:12: Dass das Ganze nicht mehr als geschlossener Ort gesehen wird sondern als wirklich toller Begegnungsort mitten im Quartier wo die einen vielleicht für die Uni lernen und die anderen ihren Strickklub haben und dort gerne zusammenkommen.

00:40:27: dass wir insgesamt auch eine andere Wahrnehmung von der Biografie des Althans haben und dabei den Menschen mit all seinen Ressourcen sehen, mit all seiner Erfahrung und seiner Lebensgeschichte.

00:40:40: Das wäre etwas was mich wirklich freuen würde und wie diese Menschen mitten in unserer Gesellschaft auch integrieren würden.

00:40:47: wieder Ein weiterer Punkt wäre, dass die Attraktivität des Pflegeberufs dadurch auch wieder steigt.

00:40:51: Weil Menschen merken, dass sie besonders in der Altenpflege ... Wir haben zwar die Generalistik, trotzdem entscheidet man sich ja, arbeite ich im Krankenhaus, arbeide ich in der Pädiatrie oder nun mal in der alten Pflege.

00:41:02: Dass Menschen bewusst sagen, ich möchte in der alten Pflege arbeiten weil dort kann ich etwas bewirken oder auch so in der Pflege?

00:41:10: Ich kann etwas bewirken und gestalter sein Dadurch halt auch Lebensqualität wirklich erhöhen und sichern.

00:41:19: Ja, ja tatsächlich denken wir ganz oft dass älter werden oder alt sein das Ende unseres Seins ist.

00:41:27: dabei ist es eine ganz eigene Teilweise auch wirklich noch lange und hoffentlich genießbare Lebensphase.

00:41:36: Ich

00:41:36: finde das Alter wahnsinnig spannend ist weil Wenn wir so auf Social Media gucken, dann geht es so häufig darum wie werde ich diese Falte los und welche Creme hilft dagegen am besten.

00:41:47: Ich bekomme ständig furchtbare Werbung dafür obwohl mich das Thema gar nicht interessiert denn ich sehe Eltern als wahnsinniges Privileg.

00:41:56: Nicht jeder hat dieses Privilegg und ja ist für mich ein ganz ganz schönes Thema im Endeffekt

00:42:03: Eine Perspektive, die du glaube ich auch vor allem deswegen haben kannst.

00:42:06: Weil sie Teil deines Alltags ist also deines Lebens einfach deines Berufslebens

00:42:11: Seit zwei Jahren.

00:42:12: Ich komme ursprünglich aus der Filmbranche, das war was ganz Neues für mich aber trotzdem werden wir alle mit diesem Thema konfrontiert und haben oder hatten Großeltern.

00:42:20: Wir alle merken wie unsere Gesellschaft älter wird unser Umfeld unserer Familie und auch wir irgendwann.

00:42:26: nun sind wir noch nicht in dem Alter.

00:42:27: Trotzdem befasst man sich damit sei es wenn mal wieder der Rentenbescheid kommt.

00:42:33: Aber es macht Stress.

00:42:36: Ja, ganz genau.

00:42:37: Aber trotzdem ist es für mich ein Riesenprivileg und wirklich schönes Thema im Endeffekt.

00:42:41: Und der Austausch mit älteren Menschen hat mir jetzt auch in den vergangenen zwei Jahren die ich diesen Job schon mache sehr viel gegeben vor allem auch sehr viele Freude bereitet und meinen Blick auf das Alter und mein Blick auf die Gesellschaft an sich und meine Mitmenschen also auf eine schöne Art und Weise verändert.

00:42:59: Ich kann total gut angnüpfen aus dem... viel gerade in kirchlichen Veränderungsprozessen ist auch eine Überzeugungsfrage.

00:43:06: Und wo ich gelernt habe, worum es im Kirche ankommt ... Ist gar nicht exklusiv aber ist in der Notfallseesorge.

00:43:14: Also habt ihr alle schon gesehen Menschen mit Lila Westen oder man liest, da war notfallsgesorgene anwesend also ne kurzfristige Krisenintervention Akuthilfe In Situationen, in denen man eigentlich gar nicht weiter kommt.

00:43:27: Ich war ja lange Zeit an der Uni damals für eine Notfall-Saison als Ansprechpartner.

00:43:32: Wir haben Veranstaltung organisiert und ich komme gleich zu dem Punkt, wie es in den Jahren ist.

00:43:37: Aber das ist sozusagen meine Verzeugung her abgeleitet.

00:43:42: Die Hinrufweise Sorge ist ja ein gigantisches Lernfeld für Kirche, auch für Gesellschaft.

00:43:48: Weil wenn man bundesweit guckt, gibt's jährlich thirty-thausend Einsätze.

00:43:53: Das sind achtzig pro Tag.

00:43:54: Da sind über zehn tausend Menschen unterwegs hauptsächlich ehrenamtlich unterstützt durch Hauptamtliche.

00:44:00: Und was die machen?

00:44:01: Total toll auch von der Idee her.

00:44:05: Da sagt keiner, kommt mal zu uns.

00:44:08: Sondern die sind eingebunden in ein hochprofessionelles psychosoziales Notversorgungssystem mit Behörden für Ordnung und Sicherheit, Polizei, Feuerwehr, technisches Hilfswerk.

00:44:19: Da müssen sich Seelsorgende nachdem sie sich achtzig neunzig Stunden ausgebildet haben ... plus Praxiserfahrung usw.

00:44:27: in eine Rettungskette einordnen, in die Einsatzsystematik vor Ort und in diesem Kontext wirksam sein.

00:44:37: Das ist für mich ein total großes Lernfeld, weil das ist ein proaktives Angebot.

00:44:41: Wir sind da so nah an dem was Kirche als Seelsorgeauftrag hat wie fast nirgendwo.

00:44:47: Klammer auf es gibt ganz viele Felder Militärseelsorge, Krankenhaus aber auch im Gemeinden nur ... Da ist diese sehr, sehr ressourcenorientierte Perspektive auf das was der Mensch gerade braucht.

00:45:00: Und da steht es gar nicht entscheidend ob eine Kirche draufsteht.

00:45:02: Das Entscheidende dass der Mensch stabilisiert ist und ein soziales Netzwerk hergestellt ist.

00:45:06: Dass er gerade einfach weiß was in dieser Situation los ist um was er tun kann.

00:45:10: Und dann würde ich das ableiten die Perspektivo wo wir in zehn Jahren hoffentlich mal stehen.

00:45:15: Nicht bei wieder gut gefüllten Gottesdiensthäusern bei Kirchen.

00:45:20: Ich wünsche uns dass das besser wird.

00:45:23: Das ist aber nicht der Punkt, den ich da sehe.

00:45:26: Auch nicht aus einer theologischen Überzeugung heraus sondern bei einer Kirche die jetzt im wirklich besten Sinne Dienstleisterin ist für gelingende Lebensleistungen, für die mit Qualität und Professionalität agiert und wo Gesellschaft sagt wie es bei der Nullfallsaison war wir brauchen euch.

00:45:42: das waren die Einsatzkräfte die gesagt haben hey hier ist eine psychosoziale Lücke.

00:45:46: bitte liebe Kirchen Appell an euch werdet fit in dem Bereich.

00:45:51: Und da gibt es viele Beispiele für, wo das schon gelingt.

00:45:54: und gleichzeitig haben wir viel zu tun was Vertrauen angeht, was Wertschätzung und Ernstnehmen von Bedürfnissen angeht dass das ein echter auch leeren Ort, auch theologischer leeren dort ist, an dem wir etwas über Gott erfahren

00:46:06: ja

00:46:07: und all das würde mich freuen wenn wir stärker erleben bezogenen Perspektiven unterwegs sind und da wo Menschen sagen, es geht gerade nicht gut oder hier geht's grade so gut dass ich auch mal gerade verstehen muss was ist hier los?

00:46:20: Und wir dann ein guter Partner für Gesellschaft werden.

00:46:23: Da möchte ich einmal ganz kurz anknüpfen.

00:46:25: du hast gerade gesagt das es eine psychosoziale Lücke gab die ihr jetzt schließt und ich wünsche mir für die nächsten zehn Jahre dass keine neuen Lücken entstehen dadurch dass eben Finanzierungen gestrichen werden durch Reformen durch Veränderung oder ähnliches System und Gesellschaft zusammenarbeiten, aber nicht alles an der Gesellschaft hängen bleibt im Endeffekt.

00:46:48: Dass dort wirklich Verantwortung übernommen wird und keine neuen Lücken entstehen denn das wäre fatal weil alles kann eine gesellschaft nicht auffangen.

00:46:57: Aber wir müssen wirklich als gesellschaft mehr den blick füreinanderschärfen.

00:47:02: Das ist ein ganz, ganz wunderbares Schlusswort und ich würde fast sagen auch der rote Faden.

00:47:07: Der sich heute durch unsere Folge gezogen hat.

00:47:10: denn ja hier könnten wir locker noch zwei Stunden dranhängen was uns irgendwie politisch gesellschaftlich so bevorsteht.

00:47:17: Was aber bleibt?

00:47:18: Und was uns allen immer klar sein sollte und wo wir hier und da häufiger mal einen Gedanken daran verwenden sollten ist dass wir einander brauchen Denn wir sind nun mal alles Menschen und dass wir da auch gerne häufiger für einander einstehen sollten, im Klein- und aber auch im Großen sowie eben in Institutionen wie Euren.

00:47:39: Ich danke euch ganz herzlich, dass ihr hier wart und das ihr auch so ganz ehrliche Einblicke geteilt habt.

00:47:45: Und mit uns gemeinsam aufs Thema geschaut habt.

00:47:47: Wir bleiben jetzt wahrscheinlich noch sitzen und vertiefen uns in fast schon philosophische Diskussionen zum Thema.

00:47:54: Ich danke Euch da draußen, dass Ihr wieder eingeschaltet habt.

00:47:57: Seid auch beim nächsten Mal wieder dabei – mit einem weiteren spannenden Thema aus dem Jung-Initiativkreis heraus!

00:48:05: Danke euch fürs Unterhalten, danke euch da draußen für's Zuhören und bis zum nächsten Mal.

00:48:10: Danke gleichfalls!

00:48:11: Tschüss!

00:48:13: Das war Potenziale zwischen Rivalität und Kumpelschaft – ein Podcast des jungen Initiativkreise Ruhr produziert von Tresor.

00:48:21: Folgt dem Podcast hier und auf Social Media damit ihr keine Folge verpasst.

00:48:26: Alle Informationen zur Folge und zu unseren Gästen findet ihr in den Show Notes.

00:48:30: Wenn euch die Folge gefallen hat teilt sie gern und damit bis zum Nächsten mal.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.